Florian, Hl. - 4. Mai

St. Florian,
Landespatron von Oberösterreich

Florian ist seit 2004 Landespatron von Oberösterreich (davor war es der hl. Leopold). 2004 beging das Land den 1700. Todestag des Heiligen. Seit 1971 ist er Patron der Diözese Linz. Florian wird vom 8.-10. Jh. besonders in Oberösterreich, Salzburg, Bayern, bald von Oberitalien bis Hessen verehrt; ab dem 12. Jh. in Böhmen, Polen (Krakau 1184) und Ungarn.

Als Patron rufen ihn jene Gewerbe an, die mit Feuer oder Wasser arbeiten, z.B. Hafner, Binder, Schmiede, Rauchfangkehrer oder Bierbrauer. Die „Florianijünger“, die Feuerwehren, haben ihn zum Patron. Florian gilt als Helfer bei Dürre, Feuer, Wassergefahr und Sturm. Als „Hausheiliger“ (Statue/Fresko an Häusern) ist er vom Barock bis heute beliebt. Ein nicht sehr christlicher, volkstümlicher Spruch heißt „Heiliger Sankt Florian / schütz‘ unser Haus / zünd‘ andre an!“

Sein Leben ist vor allem über Legenden präsent. Florian soll im heutigen Zeiselmauer bei Tulln/NÖ geboren worden und am 4. Mai 304 n. Chr. in Lorch/OÖ (Lauriacum) gestorben sein. Die Legende berichtet, dass an seinem Grab eine Pilgerstätte entstand, auf welche das Stift St. Florian zurückgeht. Der Mühlstein, mit dem Florian ertränkt worden sein soll ist dort heute in der Krypta. Florian und die Märtyrer von Lorch (auch ein Bischof Maximilian) gelten als die Anfänge des Christentums in Oberösterreich, das durch Römer am Donaulimes Verbreitung fand.

Sein Kult ist seit dem 8. Jh. dokumentiert, wichtige Teile der Legende stammen aus dem 8./ 9. Jahrhundert. Kaiser Karl der Große soll 791 an der Enns um die
Hilfe Florians für den Awaren-Feldzug gebetet haben. Florian war Amtsvorsteher von Statthalter Aquilinus in der römischen Provinz Ufer-Noricum. Nach seiner Pensionierung (möglicherweise weil er Christ war) lebte er im heutigen St. Pölten.
In der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian wurden auch in Lauriacum / Lorch 40 Christen verhaftet und zu Tode gemartert. Florian, der diesen helfen wollte, wurde „der Überlieferung nach mit Knüppeln geschlagen, seine Schulterblätter mit geschärften Eisen gebrochen, schließlich wurde er zum Tod verurteilt und mit einem Stein um den Hals von einer Brücke in die Enns gestürzt.“ „Florian sei dann wieder aufgetaucht, die Leiche von den Wellen auf einen Felsen geworfen und von einem Adler mit ausgebreiteten Flügeln bewacht worden.“ Die fromme Valeria führte die Leiche mit einem Ochsenkarren zu ihrem Landgut und begrub sie dort, an der Stelle des heutigen Augustiner-Chorherrenstiftes St. Florian (1736 kamen Reliquien an die Stiftskirche). Für die durstigen Ochsen entsprang eine wundertätige Quelle, der „Floriansbrunnen“. Weitere Legenden erklärten um 1500 Florian als Wasser- und Feuerpatron.
Heutige Forschungen bestätigen die Berichte über das Floriansgrab nicht.
Vermutlich wurde der Leib des Heiligen nie gefunden, denn die Hinrichtung durch Ertränken wollte einen Kult verhindern.
Die Gebeine der 40 Märtyrer wurden 1900 in den Ruinen der Basilika von Lorch gefunden und nach wissenschaftlicher Untersuchung 1968 im Altar der Basilika neu beigesetzt. Dazu brachte 1968 der Krakauer Kardinal Karol Wojtyla (später Papst Johannes Paul II.) auch eine Florian-Reliquie in die Laurenzius-Kirche in Lorch. Kaiser Maximilian I. forcierte die Entwicklung von Hausheiligen. Er betrieb die „Erhebung der Gebeine“ des hl. Florian ebenso wie die Heiligsprechung von Herzog Leopold III. als Heilige des Reiches gegen die Türkengefahr im 15. Jh. In dieser Zeit entstanden zwei prächtige Darstellungen Florians am Kefermarkter Altar/OÖ. (1490-97) und am Pacher-Altar (1482/83) in St. Wolfgang/OÖ. Zur Blütezeit der Fernwallfahrten besuchten z.B. im Jahr 1760 rund 20.000 Pilger Stift St. Florian und am Linzer Jesuitengymnasium wurden „Florianusspiele“ aufgeführt.

Darstellungen zeigen den Heiligen ab dem 12. Jh. als – seinem Namen entsprechend „blühenden“ – jungen Vornehmen. Teils in modischer Kleidung (z.B. H. Strigel, 1480), teils als mittelalterlichen Ritter (z.B. A. Dürer, 1515 - 17), meist als römischen Soldaten mit Lanze oder Standarte. Am häufigsten löscht Florian mit einem Wassergefäß ein brennendes Gebäude (laut Legende sein erstes Heiligtum).
Auch sein Martyrium, seine Ertränkung in der Enns, mit dem Mühlstein um den Hals, wird dargestellt (z.B. A. Altdorfer 1530).

(Quelle: H. Bouzek - Heiligenlexikon)

Text: Salzburger Landesinstitut für Volkskunde, U. Kammerhofer-Aggermann

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