
Leogang. Die Pinzgauer Festtagstracht erhält eine weitere bedeutende Würdigung: Nach der erfolgreichen Aufnahme von Garnierspenzer, Hut und Steppmieder in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes wurde nun auch der traditionelle Trachtenschmuck von der Österreichischen UNESCO-Kommission als wesentlicher Bestandteil anerkannt. Der ergänzende Antrag wurde von der Leoganger Schneidermeisterin Christine Eberl gemeinsam mit Schmuckexpertin Adelheid Pichler und Uhrmachermeisterin Marina Fiechtl erfolgreich eingebracht.
Im Mittelpunkt des Nachtrags steht die Kropfkette, das wohl markanteste Schmuckstück der Pinzgauer Festtagstracht. Mit ihrer kunstvoll gearbeiteten Schließe aus Gold- oder Silberfiligran und den mehrreihigen Silberkettchen prägt sie das charakteristische Erscheinungsbild der Garnierspenzer- und Steppmiedertracht. Ergänzt wird sie durch Haar-, Ohren- und Fingerschmuck sowie Broschen, die die Tracht zu einem harmonischen Ganzen vervollständigen.
Der Trachtenschmuck ist weit mehr als reine Zierde. Über Generationen hinweg wird er in Familien weitergegeben und zu kirchlichen Festen sowie besonderen Lebensereignissen getragen. Er steht für regionale Identität, handwerkliche Meisterschaft und gelebtes Brauchtum. Mit der Anerkennung als Bestandteil des immateriellen Kulturerbes erfährt nun auch dieses traditionsreiche Handwerk eine besondere Würdigung. Gleichzeitig rückt das Wissen und Können jener Goldschmied:innen, Restaurator:innen und Kunsthandwerker:innen in den Mittelpunkt, die diese besondere Handwerkskunst bis heute bewahren und weitergeben.
Bei einer feierlichen Präsentation im Bergbau- und Gotikmuseum Leogang wurde der erfolgreiche UNESCO-Nachtrag am Samstag, 8. August, offiziell gewürdigt. Im Fokus stand der Pinzgauer Trachtenschmuck, dessen Aufnahme die bereits ausgezeichnete Festtagstracht um einen weiteren bedeutenden Bestandteil ergänzt. Zugleich bot die Veranstaltung Gelegenheit, jene Menschen vor den Vorhang zu holen, die mit ihrem Wissen, ihrer Handwerkskunst und ihrer Leidenschaft diese lebendige Tradition seit Generationen erhalten.
"Mit der Aufnahme des Schmucks ist die Pinzgauer Festtagstracht nun in ihrer gesamten kunsthandwerklichen Vielfalt dokumentiert – von Garnierspenzer, Hut und Steppmieder bis hin zur traditionsreichen Kropfkette und ihrem begleitenden Schmuck."
Text und Fotos: Christine Eberl
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