
Mit knapp 50 TeilnehmerInnen erlebten wir heuer wieder eine abwechslungsreiche Woche mit traditioneller und internationaler Chorliteratur, gemeinsamem Musizieren in unterschiedlichen Zusammensetzungen und schönen Wanderungen zu den umliegenden Almen.
Bereits zum fünften Mal war Daniela Glantschnig für die Organisation der Almsingtage verantwortlich. Neben der Koordination der Anmeldungen & Zimmerreservierungen, der TeilnehmerInnen sowie der sechs ReferentInnen für Gesang und Instrumentalmusik organisierte sie auch die Wanderungen, moderierte das jeweilige Tagesprogramm und betreute die Flöten- und Okarinagruppe.
Der musikalische Auftakt erfolgte bereits am Sonntag mit den ersten Choreinheiten. Dabei konnten sich die beiden Chorleiterinnen Christa Fuchsberger und Nikola Gschwendner ein Bild von den unterschiedlichen musikalischen Voraussetzungen der TeilnehmerInnen machen. Mit ihrem geschulten Ohr und ihrer langjährigen Erfahrung gelang es ihnen im Laufe der Woche, das musikalische Potenzial der Gruppe bestmöglich auszuschöpfen.
Wieder mit dabei waren auch Regina und Florian Kasberger, die das gemeinsame Tanzen in Kleingruppen sowie in der gesamten Gruppe mit viel Humor und Abwechslung anleiteten. Am Programm standen unterschiedlichste Volkstänze vom "Rheinländer" bist zum "Tennessee Wig Walk". Unterstützt wurden die Beiden musikalisch von Christoph Koegeler mit Gitarre und Steirischer Harmonika, der auch die Saiteninstrumente-Formationen betreute, und von Christian Schrenk, der mit Tuba und Kontrabass und der Unterstützung der BläserInnen-Gruppen das Team perfekt abrundete.
Die einzelnen Tage begannen jeweils mit einem kurzweiligen Einsingen, bei Sonnenschein fand es draußen statt. Am Montag führte uns die erste Wanderung zur Tauernkarleitenalm. Die Touren waren bewusst so ausgewählt, dass alle TeilnehmerInnen – unabhängig von Alter und Kondition – mitmachen konnten. Auf der Alm wurden wir von Bauer Michi und seinem Team herzlich empfangen und mit Speisen und Getränken bestens versorgt. Auch Michi selbst ließ es sich nicht nehmen, einige Lieder anzustimmen und gemeinsam mit uns zu singen. Ein aufziehendes Gewitter setzte dem gemütlichen Nachmittag auf der Alm schließlich ein vorzeitiges Ende.
Aufgrund des anhaltenden Regens wurde am Dienstag spontan ein musikalischer Tag auf der Felseralm eingelegt. Die geplante Wanderung zur Ennslehenhütte/Oberplaißlingalm musste entfallen. Für die ReferentInnen erwies sich die Wetterlage dennoch als willkommene Gelegenheit, mit den einzelnen Gesangs- und Instrumentalgruppen intensiv zu proben. Damit konnte zugleich die musikalische Vorbereitung auf die Messe am nächsten Tag vertieft werden.
Ab Mittwoch zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite, sodass die Messe bei strahlendem Sonnenschein stattfinden konnte. Die traditionelle Messe zu Mariä Himmelfahrt (heuer feierten wir sie am 18. August) wurde wie jedes Jahr für die Familie Steiner samt Verwandtschaft im hauseigenen Kirchlein "Maria am Fels" direkt neben den Gebäuden der Felseralm gefeiert.
Das Kirchlein war in den Jahren 1951-56 von Felseralmbesitzer Cyriak und seiner Frau Anastasia Steiner aus tiefer Dankbarkeit zu Ehren der Gottesmutter für "immerwährend erwiesenen Schutz und besonders für die glückliche Rückkehr der Söhne aus dem 2.Weltkrieg und langjähriger russischer Kriegsgefangenschaft" erbaut worden. Im Rahmen der Feier wurde auch das neu errichtete, 600 kg schwere Kreuz an der Kirchenrückseite eingeweiht, das übrigens für Wanderer Richtung Hirschwandsteig noch von Weitem gut sichtbar ist.
Barbara und Christian Steiner sowie Tochter Stephanie bedankten sich bei den Musizierenden und den zahlreichen Gästen nicht nur mit herzlichen Worten. Im Anschluss luden sie uns Alle zu einer herzhaften Stärkung sowie Kaffee und Kuchen auf der Felseralm ein.
Am Donnerstag stand die Flubachalm in Obertauern auf dem Programm. Für die sportlich ambitionierten Wanderer gab es die Möglichkeit, eine längere Route zu wählen oder zusätzlich den Gipfel der Glöcknerin zu erklimmen. Die übrigen TeilnehmerInnen, darunter auch die jüngsten Mitglieder der Gruppe, wanderten gemütlich entlang des Baches und kühlten sich ein bisschen ab. Immer wieder wurde Halt gemacht, um miteinander zu singen. Auf der Flubachalm wurde schließlich wieder gemeinsam musiziert, gesungen und getanzt.
Der Freitag wurde von den TeilnehmerInnen individuell gestaltet. Als Alternativprogramm konnte die ursprünglich für Dienstag geplante Wanderung zur Ennslehenhütte/Plaißlingalm nachgeholt werden. Den Höhepunkt der Woche bildete der Bunte Abend mit insgesamt 18 Programmpunkten, bei dem die TeilnehmerInnen ihre in den vergangenen Tagen einstudierten Stücke, Tänze oder andere Einlagen präsentierten. Unter den zahlreichen Gästen befanden sich auch besondere Ehrengäste: Der Gründer der Almsingtage, Peter Lindenthaler (er erfreute uns am Freitag auch mit einer Singstund'), sowie der stellvertretende Landesobmann der Salzburger Heimatvereine, Eduard Fuchsberger. Auch Ilse Grießenauer, Referentin von vergangenen Almsingtagen, stattete uns einen überraschenden Besuch ab.
Peter Lindenthaler zeigte sich sichtlich bewegt von der Entwicklung der Veranstaltung. Er habe sich bei der Gründung der Almsingtage nie vorstellen können, dass diese einmal eine solche Größe erreichen und zugleich eine derart herzliche Atmosphäre bewahren würden. Die heutige Form der Weiterführung hätte er sich nicht besser wünschen können. Auch Edi Fuchsberger zog eine positive Bilanz. Nach einem so erfolgreichen bunten Abend seien die Werte der Heimatvereine in besonderer Weise sichtbar geworden. Die Almsingtage seien ein gelungenes Beispiel dafür, wie Brauchtum, Tradition und Gemeinschaft auf liebevolle Art und zeitgemäße Weise gelebt werden können. Derartige Veranstaltungen seien daher besonders förderungswürdig.
Mit vielen musikalischen Eindrücken, neuen Bekanntschaften und schönen gemeinsamen Erlebnissen gingen die 35. Almsingtage zu Ende. Einer Fortsetzung im kommenden Jahr steht damit nichts im Wege.
Text: Christian Schrenk und Daniela Glantschnig
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